Notgroschen

Notgroschen aufbauen: Wie viel Geld sollte man zurücklegen?

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Ein kaputtes Auto, eine unerwartete Stromnachzahlung oder der Verlust des Arbeitsplatzes – finanzielle Notfälle können jeden treffen. Wer für solche Situationen vorbereitet sein möchte, sollte einen Notgroschen aufbauen. Diese finanzielle Reserve schützt vor Schulden, verhindert finanzielle Engpässe und sorgt für mehr Sicherheit im Alltag.

Doch wie hoch sollte ein Notgroschen eigentlich sein? Wo wird das Geld am besten aufbewahrt? Und wie gelingt der Aufbau auch mit kleinem Einkommen?

In diesem Ratgeber von Hallocash.de erfahren Sie alles Wichtige rund um die finanzielle Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben.

Was ist ein Notgroschen?

Ein Notgroschen ist eine finanzielle Reserve, die ausschließlich für unerwartete Ausgaben oder finanzielle Notlagen vorgesehen ist.

Typische Situationen sind:

  • Reparaturen am Auto
  • Defekte Haushaltsgeräte
  • Hohe Nachzahlungen für Strom oder Gas
  • Unerwartete medizinische Kosten
  • Arbeitsplatzverlust
  • Kurzfristige Einkommensausfälle
  • Dringende Wohnungsreparaturen

Der Notgroschen dient als finanzielles Sicherheitsnetz und sollte nicht für Urlaube, Konsumwünsche oder geplante Anschaffungen verwendet werden.

Warum ein Notgroschen so wichtig ist

Viele Menschen verfügen über keine ausreichenden Rücklagen. Treten unerwartete Kosten auf, bleibt oft nur die Finanzierung über Dispokredit, Kreditkarte oder Ratenkredit.

Das kann schnell teuer werden.

Ein ausreichender Notgroschen bietet dagegen zahlreiche Vorteile:

  • Schutz vor Schulden
  • Mehr finanzielle Sicherheit
  • Weniger Stress bei unerwarteten Ausgaben
  • Unabhängigkeit von Krediten
  • Bessere Planbarkeit der Finanzen

Wer Rücklagen besitzt, kann finanzielle Herausforderungen deutlich entspannter bewältigen.

Wie hoch sollte der Notgroschen sein?

Als Faustregel empfehlen viele Finanzexperten, Rücklagen in Höhe von drei bis sechs Monatsausgaben aufzubauen.

Dabei zählen die tatsächlichen Lebenshaltungskosten und nicht das gesamte Einkommen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Miete
  • Lebensmittel
  • Versicherungen
  • Strom und Gas
  • Internet und Telefon
  • Mobilität
  • Kredite und sonstige Fixkosten

Beispielrechnung

Monatliche Ausgaben:

KostenartBetrag
Miete900 €
Lebensmittel350 €
Versicherungen150 €
Strom und Gas120 €
Internet und Telefon50 €
Mobilität180 €

Gesamtausgaben pro Monat: 1.750 €

Empfohlene Notfallreserve:

  • 3 Monatsausgaben = 5.250 €
  • 6 Monatsausgaben = 10.500 €

Je nach persönlicher Situation kann der optimale Betrag unterschiedlich ausfallen.

Wer sollte eher sechs Monatsausgaben zurücklegen?

Ein größerer Notgroschen ist besonders sinnvoll für:

  • Selbstständige
  • Freiberufler
  • Familien mit Kindern
  • Personen mit unsicherem Einkommen
  • Alleinverdiener
  • Menschen mit älteren Fahrzeugen oder Immobilien

Je höher das finanzielle Risiko, desto wichtiger ist eine größere Reserve.

Wo sollte der Notgroschen aufbewahrt werden?

Ein Notgroschen muss jederzeit verfügbar sein.

Geeignete Möglichkeiten sind:

Tagesgeldkonto

Das Tagesgeldkonto gilt als die beliebteste Lösung.

Vorteile:

  • tägliche Verfügbarkeit
  • sichere Aufbewahrung
  • Zinsen auf das Guthaben
  • Trennung vom Girokonto

Girokonto

Ein kleiner Teil der Reserve kann auf dem Girokonto verbleiben. Größere Beträge sollten jedoch separat aufbewahrt werden, um spontane Ausgaben zu vermeiden.

Wo sollte der Notgroschen nicht liegen?

Für die Notfallreserve eignen sich folgende Anlagen nur eingeschränkt:

Aktien

Aktienkurse können kurzfristig stark schwanken.

ETFs

Auch breit gestreute ETFs unterliegen Marktrisiken und sollten eher dem langfristigen Vermögensaufbau dienen.

Kryptowährungen

Hohe Kursschwankungen machen Kryptowährungen für einen Notgroschen ungeeignet.

Bargeld zu Hause

Kleine Beträge können sinnvoll sein, größere Summen bergen jedoch Sicherheitsrisiken.

So bauen Sie Ihren Notgroschen auf

1. Sparziel festlegen

Definieren Sie zunächst einen konkreten Zielbetrag.

Ein klar definiertes Ziel erhöht die Motivation.

2. Monatlichen Sparbetrag bestimmen

Bereits kleine Beträge helfen beim Aufbau.

Beispiele:

  • 50 Euro monatlich
  • 100 Euro monatlich
  • 200 Euro monatlich

Wichtig ist die Regelmäßigkeit.

3. Dauerauftrag einrichten

Automatische Überweisungen direkt nach Gehaltseingang erleichtern das Sparen erheblich.

4. Zusätzliche Einnahmen nutzen

Folgende Gelder können direkt in den Notgroschen fließen:

  • Steuererstattungen
  • Urlaubs- oder Weihnachtsgeld
  • Bonuszahlungen
  • Einnahmen aus Verkäufen

Dadurch wächst die Reserve deutlich schneller.

5. Ausgaben reduzieren

Wer Fixkosten senkt oder unnötige Abonnements kündigt, schafft zusätzlichen finanziellen Spielraum für den Vermögensaufbau.

Was tun, wenn der Notgroschen verwendet werden muss?

Das ist vollkommen normal.

Genau dafür wurde die Rücklage geschaffen.

Nach einer Entnahme sollte das Ziel sein, den Notgroschen schrittweise wieder auf die gewünschte Höhe aufzufüllen.

Häufige Fehler beim Aufbau eines Notgroschens

Zu spät anfangen

Viele Menschen warten auf den „richtigen Zeitpunkt“. Dabei zählt jeder gesparte Euro.

Zu hohe Sparziele setzen

Ein realistischer Sparplan erhöht die Erfolgschancen.

Notgroschen investieren

Die Notfallreserve dient der Sicherheit und nicht der Rendite.

Geld nicht getrennt aufbewahren

Liegt der Notgroschen auf dem Hauptkonto, wird er häufig versehentlich ausgegeben.

Notgroschen oder Investieren – was kommt zuerst?

Eine häufige Frage lautet:

Sollte man zuerst investieren oder zunächst einen Notgroschen aufbauen?

Für die meisten Menschen gilt:

Der Notgroschen sollte Vorrang haben.

Erst wenn eine ausreichende finanzielle Reserve vorhanden ist, sollte überschüssiges Geld langfristig investiert werden.

So vermeiden Anleger, in finanziellen Notlagen Wertpapiere zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen zu müssen.

Fazit

Ein Notgroschen gehört zu den wichtigsten Bausteinen einer soliden Finanzplanung. Er schützt vor unerwarteten Ausgaben, reduziert finanziellen Stress und verhindert die Aufnahme teurer Schulden.

Als Orientierung gelten drei bis sechs Monatsausgaben als sinnvolle Reserve. Wer den Aufbau konsequent verfolgt und regelmäßig Geld zurücklegt, schafft sich ein finanzielles Sicherheitsnetz, das in schwierigen Situationen von unschätzbarem Wert sein kann.

Der wichtigste Schritt ist dabei nicht die Höhe des Startkapitals, sondern der Beginn. Schon kleine regelmäßige Sparbeträge bringen Sie Ihrem finanziellen Polster Monat für Monat näher.

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